Antrag
Bonität: was Banken prüfen
Die Bonitätsprüfung entscheidet, ob Sie einen Kredit bekommen und zu welchem Zins. Sie ist kein Geheimnis – und mit etwas Vorbereitung fällt sie besser aus.
Zwei Fragen, zwei Quellen
Jede Bank beantwortet vor einer Zusage zwei Fragen: Kann diese Person die Rate zahlen, und hat sie in der Vergangenheit zuverlässig gezahlt? Die erste beantwortet Ihre Haushaltsrechnung aus Einkommen und Ausgaben. Die zweite beantwortet eine Auskunftei – in Deutschland vor allem die Schufa, in Österreich der KSV1870, in den Niederlanden das BKR, in Belgien die Zentrale für Kredite an Privatpersonen der Nationalbank, in Italien CRIF, in Spanien ASNEF und CIRBE, in Frankreich das FICP der Banque de France. Die Systeme unterscheiden sich, das Prinzip ist gleich: Bestehende Kredite, Zahlungsstörungen und teils die Zahl der Anfragen werden gespeichert.
Konditionsanfrage statt Kreditanfrage
Der wichtigste Unterschied für Sie: Eine Konditionsanfrage dient dem Vergleich und ist für andere Banken nicht sichtbar; sie hat keinen Einfluss auf Ihre Bewertung. Eine Kreditanfrage dagegen wird gespeichert und kann bei mehreren Anfragen in kurzer Zeit den Eindruck erwecken, Sie seien abgelehnt worden. Seriöse Vergleichsportale stellen ausschließlich Konditionsanfragen. Erst wenn Sie ein Angebot annehmen, wird daraus ein Vertrag, der wie jeder andere Kredit eingetragen wird.
Der Verwendungszweck wird nicht übermittelt. Weder Auskunftei noch Bank erfahren, dass es um einen ästhetischen Eingriff geht – es handelt sich um einen Ratenkredit zur freien Verwendung.
Was zählt
Positiv wirken ein regelmäßiges Einkommen aus unbefristeter Beschäftigung, eine Probezeit, die vorbei ist, ein fester Wohnsitz seit längerer Zeit und wenige laufende Verpflichtungen. Negativ wirken unregelmäßiges Einkommen, viele kleine Kredite, ausgeschöpfte Dispokredite und Zahlungsstörungen in den letzten Jahren. Selbstständige brauchen in der Regel zwei bis drei Jahresabschlüsse oder Steuerbescheide.
Ein häufiges Missverständnis: Die Höhe des Einkommens allein entscheidet nicht. Eine Bank vergibt lieber 8.000 Euro an jemanden mit 2.400 Euro netto und geordneten Finanzen als an jemanden mit 4.000 Euro netto und fünf laufenden Raten.
Vorbereitung in drei Schritten
Selbstauskunft einholen. In der EU haben Sie das Recht auf eine kostenlose Kopie Ihrer bei der Auskunftei gespeicherten Daten. Fordern Sie sie einige Wochen vor dem Antrag an und lassen Sie Fehler korrigieren – veraltete Einträge sind häufiger, als man denkt.
Kleinkram bereinigen. Ein ausgeschöpfter Dispokredit, eine vergessene Ratenzahlung beim Onlinehändler, ein alter Handyvertrag mit Restschuld: Was sich vorher ablösen lässt, verbessert die Haushaltsrechnung.
Unterlagen bereitlegen. Ausweis, die letzten Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge der letzten Monate, bei Selbstständigen der Steuerbescheid. Die meisten Banken fragen sie digital ab; wer sie parat hat, ist schneller durch.
Zweiter Kreditnehmer
Wer die Prüfung allein knapp nicht besteht oder einen besseren Zins möchte, kann eine zweite Person in den Vertrag aufnehmen – etwa den Partner oder die Partnerin. Beide haften dann gemeinsam. Das ist eine ernsthafte Verpflichtung für die zweite Person und sollte nur mit vollem Wissen um die Höhe und Laufzeit eingegangen werden.
Wenn es nicht klappt
Eine Ablehnung ist keine Bewertung Ihrer Person, sondern das Ergebnis einer Rechnung. Fragen Sie den Partner nach dem Grund, bereinigen Sie, was sich bereinigen lässt, und warten Sie einige Monate. Hüten Sie sich vor Angeboten „ohne Bonitätsprüfung" – sie sind entweder sehr teuer oder unseriös. Ein Eingriff, der eine solche Finanzierung braucht, sollte warten.