Grundlagen
Laufzeit und Rate: die richtige Balance
Die Laufzeit entscheidet über zwei Dinge gleichzeitig: wie viel Sie im Monat zahlen und wie viel der Kredit insgesamt kostet. Beides zugleich zu minimieren, geht nicht.
Der Zusammenhang
Je länger die Laufzeit, desto niedriger die monatliche Rate – und desto mehr Zinsen zahlen Sie insgesamt, weil das Geld länger geliehen bleibt. Ein Kredit über 8.000 Euro bei 5,9 % effektivem Jahreszins:
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Zwischen 24 und 96 Monaten vervierfachen sich die Zinskosten. Die Rate sinkt dabei nicht im selben Verhältnis: Von 72 auf 96 Monate spart sie nur noch 28 Euro im Monat, kostet aber rund 520 Euro mehr.
Die tragbare Rate finden
Die Faustregel lautet: die höchste Rate, die Sie auch in einem schlechten Monat sicher zahlen können. Rechnen Sie Ihr monatliches Nettoeinkommen minus feste Ausgaben (Miete, Versicherungen, bestehende Raten, Lebenshaltung) und lassen Sie einen Puffer für Unvorhergesehenes. Was dann bleibt, ist der Rahmen – nicht das Ziel. Eine Rate, die diesen Rahmen ausreizt, ist keine gute Rate.
Banken rechnen ähnlich: Sie prüfen, ob nach allen Verpflichtungen genug übrig bleibt. Eine unrealistisch hohe Rate führt deshalb nicht zu einem günstigeren Zins, sondern zur Ablehnung.
Sondertilgungen
Viele Banken erlauben kostenlose Sondertilgungen: Sie zahlen zusätzlich zur Rate einen Betrag zurück, wenn Geld übrig ist – etwa aus einer Steuererstattung oder einer Bonuszahlung. Damit können Sie eine längere Laufzeit wählen, die Rate niedrig halten und den Kredit trotzdem schneller abbezahlen. Prüfen Sie, ob Sondertilgungen ohne Gebühr möglich sind und in welcher Höhe.
Das Recht, den Kredit jederzeit ganz zurückzuzahlen, haben Sie in der EU ohnehin; die Bank darf dafür eine begrenzte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen – bei Verbraucherkrediten höchstens ein Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags, bei weniger als einem Jahr Restlaufzeit höchstens ein halbes Prozent.
Ratenpause und Anpassung
Manche Angebote enthalten die Möglichkeit, eine Rate pro Jahr auszusetzen oder die Rate während der Laufzeit anzupassen. Das ist eine sinnvolle Sicherheit, sollte aber nicht der Grund sein, eine höhere Rate zu wählen als tragbar ist. Lesen Sie, ob eine Ratenpause Kosten verursacht und ob sie die Laufzeit verlängert.
Empfehlung für ästhetische Eingriffe
Bei den üblichen Beträgen zwischen 3.000 und 20.000 Euro liegt die sinnvolle Laufzeit meist zwischen 24 und 60 Monaten. Ein Eingriff ist keine Investition, die sich über zehn Jahre amortisiert – ein Kredit, der länger läuft als die Erinnerung an den Termin frisch ist, fühlt sich irgendwann falsch an. Wählen Sie die kürzeste Laufzeit, deren Rate Sie entspannt tragen können, und vergleichen Sie die Angebote nach dem effektiven Jahreszins.